DB Hackathon Berlin: Digitaler Reisebuddy im DB Navigator

Ausblick über das Spreeufer am Bahnhof Ostkreuz, Dezember 2017
Ausblick über das Spreeufer am Bahnhof Ostkreuz, Dezember 2017

Wer mir bei Twitter aktiv folgt, wird mitbekommen haben, dass ich Ende Oktober diesen Jahres Teilnehmer beim Hackathon Stuttgart von Logicline war. Dort vertreten war auch Sebastian Sooth von der DB Mindbox, der in Zusammenarbeit mit einem weiteren Kollegen von der S-Bahn Stuttgart einige Verkehrsdaten der S-Bahn Stuttgart GmbH im Gepäck hatte. Da ich Bahn-Nerd und Hacker bin, wollte ich schon einige Zeit etwas mit diesen Daten (die man im Internet unter data.deutschebahn.com kostenlos findet) etwas cooles bauen - in Stuttgar ist mir das aufgrund der Teilnahme an einem anderen Projekt nicht gelungen, daher habe ich mich für den DB Hackathon Mitte Dezember 2017 angemeldet.


Anreise & Unterkunft


Die Anreise erfolgte mit einem ICE-Veranstaltungsticket der Deutschen Bahn - dieses wurde uns jedoch nicht bezahlt und war für 99€ zu erwerben. In der Hoffnung, dass hier jemand von der DB Vertrieb mitliest: Bitte, bitte, bitte für die Veranstaltungstickets die üblichen Zahlungsmethoden einführen - zumindest jedoch PayPal und SOFORT. Die Zahlung per Kreditkarte ist gerade für Jugendliche mit sehr hohem Aufwand verbunden bzw. schlicht udn ergreifend nicht möglich


Die Fahrt war an sich problemlos, da ich jedoch vergessen hatte, eine Sitzplatzreservierung zu buchen, musste ich während der Fahrt mehrere Male aufstehen, jedoch zu keinem Zeitpunkt dauerhaft stehen. Die Nacht davor war etwas unruhig und ich hatte nur zwei Stunden Schlaf (ich bin random um 03:30 Uhr aufgewacht und konnte dann nicht mehr schlafen, mein Zug ging um 10:51 Uhr), daher kam es mir ganz gelegen, dass ich im Zug etwa 1,5h entspannt schlafen konnte.


In Beriln kamen wir etwas verspätet an - zwischenzeitlich hatte der Zug eine prognostizierte Ankunftszeit über 30 Minuten hinter dem Fahrplan -, das hat meinen Zeitplan etwas durcheinander gebracht. Da ich eh schon zu spät war, bin ich direkt Südkreut nach Berlin-Zehlendorf zu einem Freund gefahren, mit dem ich mir die letzten drei Tage ein Bett geteilt habe. Er war ebensfalls für den Hackathon angemeldet, ist jedoch aus zeitlichen Gründen nicht dort hingegangen - wir haben uns daher noch kanpp eine Stunde über verschiedene Dinge unterhalten und mir wurde erklärt, was ich so alles um die Ecke finde.


Danach haben wir uns noch einen Döner geholt und ich bin in Richtung Jannowitzbrücke gefahren, dort fand der Hackathon statt. Die Informationen zum Start, den Preisen, Teambildung, etc. hatte ich verpasst, daher habe ich mich entschieden, mir erst einmal anzuschauen, welche Unternehmen und Projekte der DB vor Ort sind und was die so machen, die anderen Teams haben mich weniger interessiert. Daraus sind einige spanende Gespräche und Projektideen entstanden. Unter anderem war Colibri vor Ort, die sich mit Digitalisierung der Abläufe in der Fahrzeuginstandhaltung beschäftigen. Dort wurden in den letzten Monaten große Fortschritte gemacht, die man in einem Testbus (dieser hat einen RE2 nach Wittenberge simuliert) vorgestellt hat. Dort konnten einige Hacker auch Platz nehmen und in entspannter Atmosphäre, aber mit seltsamer Raumluft ihre Experimente und Ideen verfolgen.


In einem mir nicht ganz klar gewordenem Rythmus gab es dann immer wieder einmal etwas zu Essen, ich bin jedoch kurz vor Mitternacht ein paar Stationen weitergefahren und war bei Vapiano am Alexanderplatz. Das war sehr lecker und is(s)t wie immer einen Besuch wert. Mit 7,95€ für eine echt große Pizza Salami auf dünnem Boden nicht teuer, wie ich finde.


Wieder zurück in der Mindbox habe ich mich an die Planungen für mein Projekt gesetzt. Einen Arbeitstitel hatte es zunächst nicht, später habe ich einfallslos RoadRunner entwickelt und die Software entsprechend gebrandmarkt.

Der Reisebuddy


Die DB Dialog GmbH betreibt den Reisebuddy mit einem 6-köpfigen Team im Schichtdienst von Berlin aus. Per SMS kann man Anfragen an das Team stellen und es werden wie bei einer Art modernem Butler einige Aufgaben für den Reisenden erledigt. Bahnfahrt, Flug oder Bus buchen, Hotel finden, Taxi, DB Gepäckservice oder eine Umbuchung / Stornierung - der Reisebuddy kann vieles, da stecken echte Menschen dahinter, wenn man also auch mal nur einen Tipp für ein gutes Restaurant braucht, kann auch das beantwortet werden.

Das Konzept gefällt mir sehr, doch mit den Möglichkeiten, die sich in den letzten Jahren mit den AI, Machine Learning und intelligenten, vernetzten Apps und Angeboten ergeben haben, glaube ich, dass es möglich ist, eine Funktion, die dem Reisebuddy ähnlich ist, in den DB Navigator zu integrieren. Doch wie könnte so ein Konzept bzw. eine solche Funktion im DB Navigator aussehen?


RoadRunner: Buchungsablauf erweitern und automatisieren 


Wir gehen von folgender Situation aus. Geschäftsreisender, BahnCard 50, mittelmäßig oft mit der Bahn unterwegs, kennt sich mit dem Buchungssystem und den ganzen DIngen rund um den Bahnbetrieb nicht aus.

Diese Person möchte nun in zwei Wochen von Berlin nach Stuttgart fahren, um einen Geschäftstermin um 16 Uhr wahrzunehmen. Folgende Aspekte sind also für den Bahnkunden wichtig:


  • vom Büro zum Bahnhof kommen
  • einen ICE nach Stuttgart nehmen
  • etwas Essen
  • pünktlich im Termin sein
  • Hotel haben
  • am nächsten Tag wieder zurück fahren (rückwärtiger Ablauf)

Das ganze soll schnell gehen, am Ende soll ein Ansprechpartner (die DB) vorhanden sein und zum Abschluss der Reise eine Rechnung per Mail kommen, die alle Posten enthält. Integration mit z. B. bahn.business würde hierbei Sinn machen. Bei der Planung des Projekts bin ich bewusst davon ausgegangen, dass es einmal in den DB Navigator integriert wird, sollte man dies jedoch nicht wollen und ein eigenständiges Projekt daraus herableiten, wäre eine Finanzierung z. B. über Provisionen der vermittelten Hotels denkbar.


Berlin

Ein paar meiner Freunde wissen es bereits, ich schreibe es hier jetzt mal etwas nebenbei nieder; ich habe vor, nach meinem Abschluss bzw. generell in meinem späteren Leben nach in die Hauptstadt zu ziehen. Das hat ganz einfach den Grund, dass mir Stuttgart als Stadt und mit den aktuellen Problemen und Debatten nicht gefällt und ich mich daher - zuerst einmal rein hypotetisch - nach Alternativen umsehe. Nach einiger Überlegung kam ich dann auf Berlin, weil dort eine andere Lebensart herrscht, die Menschen interessieren sich vor allem für sich und ihre Projekte, die Menschen sind offener für Neues und neue Menschen. Vor allem aber hat Berlin eine offene Hacker-Kultur, einen funktionierenden Nahverkehr, der rund um die Uhr betrieben wird und Döner für 3,50€ :D